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Eine Diplomarbeit von Thorsten Ullrich vorherige Seite Seite 15 / 16 vorherige Seite

»Aufwertung der Tiere = Abwertung behinderter Menschen«
Stimmt diese Gleichung?


 
5.3 Zum Schluss
 
Es sollte klar sein, dass viele Punkte bei diesem Thema nicht ausführlich behandelt werden konnten. Viele Fragen stellen sich weiterhin und benötigen weiterer Diskussion. So geht es hierbei auch weniger um Antworten, sondern vielmehr um Grundlagen.

Der Sinn und Kern dieser Arbeit liegt darin, ein Dilemma aufzulegen, welches von Seiten der Tierrechtsbewegung gerne übersehen und von Seiten der Behindertenbewegung gar nicht ernst genommen wird (zumindest nicht auf der inhaltlichen Ebene).

Meiner Meinung nach ist es wichtig, Rechte für behinderte Menschen auch »außerreligiös«, unter säkularen Bedingungen begründen zu können und deswegen denke ich, wird auch die Behindertenbewegung letztlich am Thema »Tierrechte« ebensowenig vorbeikommen, wie die Tierrechtsbewegung am Thema »Peter Singer«.

Ich habe mich während der Erstellung dieser Arbeit oftmals dabei ertappt, wie mir folgende Gedanken durch den Kopf gingen:

Wie kann mir dieser Satz ausgelegt werden?

Verletze ich mit diesem Satz Gefühle von behinderten Menschen?

Sollte ich vielleicht doch ein bisschen gemäßigter...usw.

Diese Gedanken sind vorgekommen (eigentlich hat mich die Arbeit »emotional« 24 Stunden am Tag beschäftigt) und ich habe versucht, sie möglichst auszuschalten. Es ist natürlich richtig und wichtig, auf die Gefühle von behinderten Menschen gerade bei solch einem Thema, Rücksicht zu nehmen. Dies kann aber nicht dazu führen, jeden Einwand, den ich für nicht korrekt halte, nur deshalb zu berücksichtigen, weil er von einem behinderten Menschen kommt. Gerade in der »Singer-Debatte« gab und gibt es auch behinderte Menschen, die »einen Sitz im Rollstuhl mit einem Papstthron verwechseln«. [281] Es gibt in der »Singer-Debatte« auch sehr viele Nichtbehinderte, die solchen Personen unkritisch und unhinterfragt ihre »solidarische« Unterstützung anbieten. Eine Behinderung ist somit keine Behinderung, sondern eine Qualifikation.

Auch dies ist nichts anderes als der »Pannwitzblick«.

Thorsten Ullrich


• Über den Autor
Thorsten Ullrich, geboren 1974, studierte von 1995 bis 1999 »Soziale Arbeit« in Bamberg. Derzeit studiert er Philosophie, Sonderpädagogik und Soziologie in Würzburg.


 
 


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1. Einleitung
2.
Einführung
in die Thematik
2.1 Die Position
von Peter Singer
2.2 Der
»Speziesismus«
2.3 Ein
»Mensch -
Tier -
Vergleich«
3. Tierethiker
und
Tierrechtsbewegung
3.1 Positionen
von
Tierrechts-
philosophen
- Mögliche
Alternativen zu
Singers Ansatz?
3.2 Die
theoretische
Auseinandersetzung
innerhalb der
Tierrechtsbewegung
zur Position
Singers
4. Eine kritische
Untersuchung
relevanter
Einwände,
insbesondere aus
der
Behinderten-
bewegung,
gegen die
Position Singers
4.1 Fundamentale
Argumente gegen
die
»Singer-Debatte«
4.2 Zur Kritik an
der Euthanasie
4.3 Verletzung
der Gefühle
behinderter
Menschen
4.4 Weitere
Argumente
5.1 Ein
Lösungsvorschlag
5.2 (K)eine
Anleitung
für
Sozialpädagogen
5.3 Zum Schluss
Quellenangaben
und Literatur

 
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