Ich hoffe, dass ich deutlich genug dargestellt habe, dass es möglich ist, nicht behindertenfeindlich und trotzdem antispeziesistisch zu sein. Mir ist natürlich klar, dass dies andere Menschen völlig anders sehen werden. Beim Sichten der Literatur und beim Lesen der Berichte über die Protestveranstaltungen gegen Singer war mir immer klar, dass ich hier ebenso auf verlorenem Posten stehen würde.
Dies wirft eine neue Frage auf: Würde ich meine Meinung offensiv vertreten, falls ich wieder einmal in einer Einrichtung für behinderte Menschen arbeiten würde, oder wäre es besser, den Mund zu halten, falls es mal zu einer Diskussion kommt?
Meine Antwort für eine solche Situation steht fest: Ich weiß es nicht.
Schon deswegen sollte die Überschrift lauten: Keine Anleitung für Sozialpädagogen!
Der stärkste Einwand gegen ein »Outing« würde für mich darin liegen, dass behinderte Menschen das Vertrauen in mich verlieren könnten und so eine sinnvolle Arbeit insgesamt gefährdet wäre. Als zweiter Einwand würde mir noch »Feigheit« einfallen, aber ich denke, der erste Punkt würde für mich schwerer wiegen. Vielleicht sieht dies in einigen Jahren anders aus. Vielleicht wird es irgendwann normal sein, kein Speziesist zu sein. Vielleicht wird es sogar mal soweit kommen, dass behinderte Menschen selbst den Gleichheitsgedanken fortführen, den Anstötz in Punkt 2.3.4 aufgezeigt hat. Vielleicht würden dann die Speziesisten in Rechtfertigungsnöte kommen.